29.06.2018

Ein Sieger, viele Gewinner

Preisträger des Rundschau-Webbewerbs ausgezeichnet

Alles Sieger: Die Teilnehmer, die im Finale antraten, hatten sich schon vorher gegen knapp 200 andere Teams durchgesetzt. Sie wurden von Regierungspräsidentin Gisela Walsken und den Paten Jutta Weidenfeller, Nicole Handschuher, Helmut Habscheid, Stefan Witt und Verena Gummich dabei unterstützt, die teilweise ziemlich kniffligen Fragen zu lösen. Foto: Costa Belibasakis


Bei dem Start hatte Nora gedacht, sie wären auf dem letzten Platz gelandet. Doch dann kommt alles ganz anders. Als Moderator Christian David verkündet, welche drei Teams es in die Finalrunde des Rundschau-„Webbewerbs“, geschafft haben, ist auch ihr Team „Framino666“ darunter. Anfangs hatte es für Nora und ihre beiden Mitstreiter Frank und Michel von der Gesamtschule Holweide aus Köln tatsächlich gar nicht so gut ausgesehen. In der Vorrunde fiel ihnen nach der dritten Frage auf, dass der stillgelegte Berliner Flughafen, zu dem sie recherchieren sollten, nicht Schönefeld ist, sondern Tempelhof.

Gestern traten im Kölner Studio Dumont die neun Regionalsieger des Wettbewerbs gegeneinander an. Sie hatten sich vorher gegen rund 200 andere Teams aus dem Rundschau-Verbreitungsgebiet durchgesetzt. Dabei mussten die Schüler der Klassen fünf bis dreizehn gemeinsam bei einer Internetrecherche Fragen lösen.

„Ihr seid alle Sieger und jetzt schon besser als die Nationalmannschaft“, sagte Moderator Christian David bei der Begrüßung der Teams. „Ihr habt die Vorrunde bereits überstanden.“ Auf der Bühne begrüßte er auch Rundschau-Herausgeber Helmut Heinen und Regierungspräsidentin Gisela Walsken, die Schirmherrin des Webbewerbs. Heinen zeigte sich erfreut über die Resonanz und die „prickelnde, gute Stimmung“ im Finale des Wettbewerbs, der bereits zum 21. Mal stattfand. „Ich glaube, das hier ist eine gute Mischung: sportlicher Wettbewerb und auch was für’s Gehirn.“ Auch freute er sich über die vielen Teams, die schon mehrmals teilgenommen haben. Beim Webbewerb sollen Schüler lernen, im Netz Informationen zu finden und zu bewerten, welche Quellen verlässlich sind. „Falschinformationen gab es auch schon vor dem Internet“, sagte Heinen. „Heute verbreiten sie sich allerdings mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit um die Welt.“ Digitales Arbeiten werde in den Schulen immer wichtiger, sagte Walsken. „Wir wollen mit einer digitalen Offensive die Schulen mit Glasfaser und auch mit den entsprechenden Geräten ausstatten.“ Geld spiele dabei keine Rolle.

Im Finale des Webbwerbs aber schon. 2000 Euro bekommt das Gewinnerteam. Neben Nora, Michel und Frank haben es „KatMir“ von der Ursulinenschule und „MEGaINFO“ vom Max-Ernst-Gymnasium geschafft. Sie tauschen die Ipads, mit denen sie in der ersten Runde recherchiert haben, gegen Rechner, die hinter einer Leinwand aufgebaut sind. Auf der Leinwand werden live die Zwischenstände übertragen. Mit „MEGaINFO“ ist auch das Siegerteam vom letzten Jahr dabei. „Vor einem Jahr haben wir genau an dieser Stelle gesessen“, sagt Lehrer Werner Engels. Sie treten mit der Geisteshaltung eines echten Champions an. Als Passwort haben sie selbstsicher „Vorjahressieger“ gewählt. Obwohl Engels die Schüler nicht mehr unterrichtet, hat er sich mit ihnen nach dem Unterricht vorbereitet. Ob für sie dieses Mal wieder der Titel drin ist?

Und dann geht es los. 15 Minuten haben die drei Teams um die Antworten auf die 15 Fragen im Netz zu finden. Als noch acht Minuten zu spielen sind, liegt Noras Team vorne. Drei Punkte trennen sie von „KatMir“. Dann zählt Moderator David runter „Drei, zwei, eins, vorbei.“

Vor der Siegerehrung werden dann noch weitere Preise verliehen: Das Georg-Büchner-Gymnasium bekommt den Nachwuchspreis. Die Nelson-Mandela-Schule freut sich über Technik im Wert von 1500 Euro, die von Net Cologne gespendet wird. Außerdem tragen die Schüler noch die Publikumsrunde aus. Die Schüler der Otto-Kühne-Schule beantworten die Frage am schnellsten und sichern sich Tickets für ein Köbes Underground Konzert im Tanzbrunnen.

Bei der anschließenden Siegerehrung stehen am Ende zwei Teams auf der Bühne: Noras „Framino666“ und „MEGaINFO“. Als der zweite Platz an „MEGaInfo“ geht, ist klar, dass Nora, Michel und Frank nicht auf dem letzten, sondern auf dem ersten Platz gelandet sind. „Das ist überraschend, ein schönes Gefühl“, sagt Michel. „Jetzt ist auch egal, wenn die Klausur, die wir heute morgen geschrieben haben, eine sechs ist“, sagt Nora.

Auch die zweiten nehmen es sportlich. „Die Schüler wollen schon wieder“, sagt ihr Lehrer Werner Engels mit Blick auf das nächste Jahr. Er halte es aber nun mit Per Mertesacker, der nach dem Achtelfinalsieg gegen Algerien bei der Weltmeisterschaft 2014 sagte: „Ich leg’ mich jetzt erstmal in die Eistonne.“

Von Dennis Scherer

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