Euskirchener Marienschüler wollen digitale Medien sinnvoll nutzen

Schüler der Marienschule

Die Schüler der Marienschule lernen den verantwortungsbewussten Umgang mit den digitalen Medien. Foto: Katrin Krause

„Im Internet habe ich gelesen, dass ein Meteorit auf der Erde einschlagen sein soll“, berichtet Maurice aus der neunten Klasse der Marienschule Euskirchen: „Aber ich wusste einfach, dass das nicht wahr ist.“ Auch seine Mitschüler aus dem Informatikkurs von Thorsten Gehrmann haben schon ähnliche Nachrichten im Internet oder in den Sozialen Medien gelesen. „Man bekommt einen Artikel oder ein Video vom Algorithmus vorgeschlagen“, erklärt Rouven: „Zum Beispiel, dass Angela Merkel ein Echsenmensch ist“, sagt Maurice. Die Jugendlichen lachen.

Thorsten Gehrmann, Mathematik- und Informatiklehrer, nimmt mit zwei seiner Kurse auch dieses Jahr wieder am Rundschau-Webbewerb teil, in dem die Jugendlichen lernen, Internetrecherchen zielführend anzugehen und Quellen richtig einzuschätzen.
 

Lesen, Schreiben, Rechnen - und digitale Medien

Gehrman selbst findet, dass der verantwortungsbewusste Umgang mit digitalen Medien heute zu den Kernkompetenzen gehört – genauso wie Lesen, Schreiben und Rechnen. „Man sollte den Umgang der Jugendlichen mit den neuen Medien überwachen und unterstützen“, sagt der Lehrer. Die Schüler glaubten zunächst viel von dem, was sie ihm Internet sehen – ohne es zu hinterfragen.

Deswegen gebe es in NRW den Medienkompetenzrahmen, so Gehrmann. Innerhalb verschiedener Fachbereiche wird den Schülern vermittelt, Medien sinnvoll zu nutzen, Informationen kritisch zu bewerten, Quellen einzuordnen und das digitale Angebot kreativ zur Problemlösung zu nutzen.
 

Manche Lehrer sind noch etwas scheu

„Viele Kollegen sind immer noch scheu“, erklärt Gehrmann. Sie trauten sich zuweilen nicht, den „Digital Natives“ etwas über das Internet zu erklären. „Digital Natives“, das sind die Menschen, die in die digitale Welt hineingeboren wurden: die mit Sozialen Medien, mit Computern und Internet, Videospielen, Tablets, Internetstars und Smartphones groß geworden sind – wie die Schüler in Gehrmanns Informatikkurs.

„Die halten sich heute auch auf ganz anderen Plattformen auf“, so der Lehrer. Damit meint er etwa TikTok oder Instagram. Da habe man als Lehrer kaum einen Einblick – und das solle auch so sein, so Gehrmann. Denn: „Die Schüler sind auf diesen Plattformen angemeldet, weil ihre Eltern und Lehrer dort nicht angemeldet sind. Wären wir dort angemeldet, würden die Schüler sich neue Kanäle suchen.“ Umso wichtiger findet er es, die Schüler zu einem selbstständigen und verantwortungsbewusstem Umgang dort zu erziehen, „wo wir nicht sind und aufpassen“.

„Ich vertraue nicht allen Nachrichten“, sagt Alissa. „Ich vertraue dem Radio“, sagt Christian. „Ich sehe manchmal verschiedene Nachrichten und vergleiche sie miteinander“, sagt Roman. Die Schüler sind sich einig, dass man nicht jeder Quelle Vertrauen schenken kann. „Weil man sonst ein falsches Bild über die Welt bekommen kann“, sagt Alissa. „Weil Konflikte so vergrößert statt aufgelöst werden“, ergänzt Maurice. „Weil diese Nachrichten auch einen Einfluss auf unseren Umgang miteinander haben“, findet Christian: „Wenn sie zum Beispiel einen rassistischen Hintergrund haben.“

„Letztens habe ich ein Video aus der Ukraine gesehen“, berichtet Vincent: „Im Kommentar hat jemand sehr schlecht von der ukrainischen Bevölkerung gesprochen. Ich könnte mir vorstellen, dass das Absicht war und zum Krieg gehört. Damit die Bevölkerung schlecht über die Ukrainer denkt.“

Von Katrin Krause

 

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