Eine seriöse Recherche mit Künstlicher Intelligenz ist nicht so einfach, wie mancher glaubt. Die Wiehler Schulen wissen, wie's läuft: Beim diesjährigen Regionalausscheid des Webbewerbs der Kölnischen Rundschau und der Sparkassen haben das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und die TOB-Sekundarschule Preise gewonnen. Die „Recherche-Rinder 8a“ der Sekundarschule wurden mit 500 Euro als bestes Nachwuchsteam im Großraum Köln ausgezeichnet. Mit diesem Preis wird die Leistung jüngerer Schülerinnen und Schüler besonders gewürdigt, also eines Teams, dessen ältestes Mitglied höchstens 13 Jahre alt ist.
In der oberbergischen Regionalwertung lag das Team „Syntax Error“ vorn. Die drei Zehntklässler vom Bonhoeffer-Gymnasium haben 250 Euro sicher und treten nun als eine von acht Gruppen beim Finale an, in dem weitere Preise zu gewinnen sind. Der Sieger bekommt 1500 Euro, der Zweitplatzierte 1000 Euro, der dritte Platz wird mit 500 Euro honoriert, die Plätze vier bis acht erhalten jeweils 250 Euro.
Beide Wiehler Teams haben sich in drei Runden bewährt. Pro Runde waren innerhalb einer Woche drei Fragenkomplexe zu beantworten, die nochmals in Teilfragen aufgegliedert waren. Aber ist das nicht mit zwei Mausklicks erledigt, nun da KI-Bots einem die Arbeit abnehmen? Weit gefehlt. Denn erstens müssen die Schüler eine sehr genaue Quellenangabe liefern. Und zweitens muss die Antwort auch korrekt sein. Steht in den Quellen wirklich, was die KI behauptet? Sind die Quellen seriös? Sind sie aktuell? Dafür muss man dem Chatbot die richtigen Fragen stellen und seine Antworten mit gesundem Menschenverstand und Quellenkompetenz bewerten.
Florian (15) vom DBG-Gewinnerteam hat die Erfahrung gemacht, dass mehr als die Hälfte der Antworten von ChatGPT und Perplexity fehlerhaft sind: „Da erzählt die KI dann Quatsch. Etwa, dass 2 eine ungerade Zahl ist.“ Teampartner Clemens glaubt, dass die Antworten des Copilots von Microsoft zwar zuverlässiger sind. Beide sind sich mit Mitstreiter Vlady aber einig, dass die Quellen kritisch abgeglichen werden müssen. Die Wiehler Gymnasiallehrerin Claudia Korbel berichtet, dass diesmal acht DBG-Teams aus der Mittelstufe beim Webbewerb angemeldet waren. In dieser Altersgruppe gehöre die Nutzung von KI-Programmen zum schulischen Alltag. Die Lehrer müssen sich darauf einstellen. „Ich merke spätestens beim zweiten Satz, ob ein Aufsatz von der KI geschrieben wurde. Nämlich an der Sprache, die perfekter ist als für Schüler typisch.“ In Lehrerfortbildungen seien heute alternative Prüfungsformate Standard.
Die Frage ist längst nicht mehr, ob die Schulen KI bei den Hausaufgaben zulassen – sondern wie sie damit umgehen. Und das gilt auch beim Webbewerb.





